Elbinsel: Das ist der aktuelle Stand | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Elbinsel: Das ist der aktuelle Stand

Ist der Strand der Elbinsel weiterhin frei zugänglich? Diese Frage beschäftigt viele Geesthachterinnen und Geesthachter, nachdem der Kreis Herzogtum Lauenburg angekündigt hat, aus Naturschutzgründen einen Zaun um das dortige Schutzgebiet ziehen zu wollen.

Ein Blick auf das Detail: Aktuell können Besuchende der Elbinsel die über Jahre entstandenen Trampelpfade, die zum Strandabschnitt in unmittelbarer Nähe zum Wehr führen, nicht nutzen. Denn der vom Kreis beschlossene Zaun ist etwa 900 Meter lang und führt lückenlos am südlichen Wanderweg von der Bundesstraße 404 flussabwärts. Nur wer den Zaun entlang Richtung Hamburg geht, kommt wieder direkt ans Wasser – und auch an einige sandige Gebiete. Die in der Pressemitteilung des Kreises gewählte Formulierung „Der Weg zum Strand wird durch das Abschneiden der bisherigen Abkürzungen weiter, bleibt aber erhalten“, kann bei Ortskundigen geringere Einschränkungen erwarten lassen, als sie vor Ort tatsächlich wahrgenommen werden. „Unter dem ‚Strand an der Elbinsel‘ versteht man hier in Geesthacht genau das Teilstück, das nun abgesperrt wurde. Somit entspricht die Ankündigung des Kreises, dass der Strand zugänglich bleibt, in der Wahrnehmung vieler Personen nicht der durch den Zaun geschaffenen Realität. Und diese Diskrepanz haben wir von Seiten der Stadtverwaltung der Kreisverwaltung auch mitgeteilt“, erklärt Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze. Der Kreis hat daraufhin angekündigt, in Kürze eine konkretere Darstellung der Situation auf der Elbinsel zu veröffentlichen.

Zum Hintergrund: Am 25. Februar 2026 begann im Auftrag des Kreises die Aufstellung eines Zauns auf der Elbinsel. Dieser soll den Zugang zum FFH-Gebiet begrenzen und so die besondere Tier- und Pflanzenwelt des Gebiets schützen. Der Kreis erklärte dazu per Pressemitteilung: „Das Betreten der Elbinsel ist Besucherinnen und Besuchern grundsätzlich gestattet, sofern dafür die ausgewiesenen Wege benutzt werden. In den vergangenen Jahren musste bei Kontrollen jedoch immer häufiger festgestellt werden, dass die ausführliche Beschilderung vor Ort nicht ausreicht um Spaziergängerinnen und Spaziergänger über die geltenden Regeln zu informieren. Offenkundig wird dies an den entstandenen Trampelfpfaden, die zu erheblichen Beeinträchtigungen der Biotope führen.“

In dem Gebiet gibt es viele seltene Tiere und Pflanzen – es gilt beispielsweise als Vogelschutzgebiet, in dem viele Arten brüten. Zeitgleich ist gerade der Uferbereich durch den direkten Zugang zur Elbe und die Strandbereiche sehr beliebt bei Einheimischen wie Gästen Geesthachts. Sobald das Wetter milder wird, besuchen den ufernahen Bereich der Elbinsel viele Personen. Zum Teil werden dort Partys gefeiert, Reste von Grillnachmittagen und weiterer Müll zeugen nach Gutwetter-Tagen von unachtsamen Besuchenden. Hunde werden teils ohne Leine laufen gelassen, was Tiere im Schutzgebiet stört. Das geschieht so, obwohl ein Betreten der ufernahen Bereiche schon jetzt – auch ohne Einzäunung - nicht gestattet ist. Entsprechende Hinweistafeln weisen Besuchende darauf hin. Diese Betretungsverbote wurden bisher jedoch leider oft missachtet. Trampelpfade durch den Röhricht und den Auwald entstanden, große Bereiche des Röhrichts wurden niedergestrampelt. Hinzu kamen Baumfällungen für Lagerfeuer und Müllablagerungen. Der für den Rückzug und Brutgeschäft der Wasservögel wichtige Röhrichtbestand sowie der angrenzende Auwald hat in den letzten Jahren großen Schaden genommen.