Grenzgeschichten in Geesthacht | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Grenzgeschichten in Geesthacht

Nicht nur rund um den Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) werden in Geesthacht viele Angebote rund um die Geschichtsvermittlung zur ehemaligen deutschen Teilung angeboten.

Über das Leben in der DDR kann man sich noch bis November in der Volkshochschule Geesthacht ein Bild machen: in der Ausstellung „Voll der Osten. Leben in der DDR“, der Bundesstiftung für Aufarbeitung. In den achtziger Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Er nahm auf, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hielten: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten. Gezeigt wird eine ungeschminkte DDR-Realität.

Die Volkshochschule (VHS) lädt die Gäste dazu ein, authentische Bilder aus der ehemaligen DDR zu betrachten und eigene Assoziationen zu reflektieren. Die Ausstellung läuft bis November in der VHS (Buntenskamp 22), der Eintritt ist kostenfrei.

In der Ausstellung „Grenzgeschichten“ werden ab dem 24. September 2026 zudem Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Albinus-Gemeinschaftsschule der 9. und 10. Klassen aus Lauenburg gezeigt, die im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2024/2025 den ersten Gruppenpreis des Landes erhielten.

Die Jugendlichen widmeten sich der Stadt Lauenburg, die ehemals Grenzort war, und damit der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze; und erarbeiten ein Bild der DDR. Besonders prägend war dabei das Treffen mit einem Zeitzeugen, der in den 1980er Jahren als westdeutscher Staatsbürger willkürlich mehrere Jahre in der DDR im Gefängnis einsaß.

Ihre preisgewürdigten Recherchen haben die jungen Leute in Zusammenarbeit mit der Kulturvermittlerin Eva Ammermann und ihrem Lehrer Janosch Siebenhaar in eine Ausstellung für das Elbschifffahrtsmuseum Lauenburg verwandelt. Mit Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie den Partnerschaften für Demokratie in Lauenburg konnte eine Wanderausstellung konzipiert werden, die nun als Kooperationsprojekt im GeesthachtMuseum! (Bergedorfer Straße 28) gezeigt wird.

Ergänzt wird die Ausstellung von Beiträgen des Gymnasiums Wentorf mit sehr persönlichen Arbeiten aus dem Geschichtswettbewerb 2024, die biografisch geprägte, historische Themen aufgreifen und auf kreative Weise in interaktiven Angeboten aufgearbeitet haben.

Die Ausstellung läuft bis zum 1. November im GeesthachtMuseum!, der Eintritt ist kostenfrei.

Im Rahmen der Ausstellung ist auch ein wahrer Grenzgänger zu Gast: Sven Zimmermann wird am 2. Oktober 2026 um 17 Uhr in einer musikalischen Lesung aus seiner eigenen Biografie berichten und die Erlebnisse der Wendenacht mit dem Publikum teilen. Im Frühjahr begeisterte er schon mit seiner eigenen Fotoausstellung, nun greift er zur Gitarre und wird das Publikum mit auf eine Reise in das Jahr 1989 nehmen. Die Plätze sind begrenzt und Tickets sind für 5 Euro erhältlich in der Tourist-Info Geesthacht (Bergedorfer Str. 28). Für Jugendliche/Studenten ist der Eintritt frei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.