Matsch unter den Schuhen, Vogelgezwitscher im Ohr und kleine Hände an großen Spaten: Für die Kinder der Biber- und Schmetterlingsklasse der Buntenskampschule wurde der Geesthachter Stadtwald jetzt zum grünen Klassenzimmer. Gemeinsam pflanzten sie dort sechs junge Bäume – und setzten damit ein sichtbares Zeichen für Natur- und Klimaschutz.
Die Baumpflanzaktion war ein Höhepunkt der sogenannten Draußenschule, die einmal pro Woche für die zweiten und dritten Klassen auf dem Stundenplan steht. Statt Unterricht im Klassenraum geht es dabei hinaus in die Natur. Organisiert und begleitet wird das Projekt von Katja Vollbrandt, Lehrerin der Buntenskampschule, und Heike Kramer vom NABU Geesthacht im Rahmen des Projekts „Zukunftswerkstatt in der Draußenschule“.
„Es geht uns nicht nur um die reine Wissensvermittlung, sondern um das Lernen mit allen Sinnen“, erklärt Heike Kramer. Genau dieser Ansatz prägt die Draußenschule: Die Kinder lernen praxisnah, fächerübergreifend und direkt vor Ort – im Wald, auf Wiesen oder an anderen Natur- und Kulturräumen in Geesthacht. Das Schwerpunktthema in diesem Schuljahr ist der Wald. Einmal wöchentlich verlassen die Klassen deshalb vormittags das Schulgebäude. Statt Tafel, Heft und Arbeitsblättern stehen dann Tier- und Pflanzenbeobachtungen sowie Naturerlebnis im Mittelpunkt. Das Konzept vermittelt nicht nur fachliche Inhalte, sondern stärkt auch die Klassengemeinschaft, fördert Bewegung, unterstützt Konzentration sowie Ausgeglichenheit und befähigt zukunftsfähig zu denken und verantwortungsvoll zu handeln.
Unterstützt wurde die Pflanzaktion von Förster Eckhard Kropla (Lübecker Stadtwald) und Maria Müller (Fachdienst Umwelt). Gemeinsam mit den Kindern wurden insgesamt sechs Bäume am Stadtwald gepflanzt: Feldahorn, Winterlinde, Eberesche und Flatterulme. Die Draußenschule zeigt dabei eindrucksvoll, wie Lernen außerhalb des Klassenzimmers funktionieren kann: lebensnah, nachhaltig und mit direktem Bezug zur eigenen Umwelt.