Eine Schiffsfahrt über unerforschte Meere, eine rasante Seilbahnpartie durch die Steinzeit und Kletterausflüge so weit und hoch wie Abenteuerlust und Feinmotorik die Kinder tragen – 38 öffentliche Spielplätze regen in Geesthacht zum kreativen Spielen und Toben ein. Damit die Spielflächen sicher und für eine möglichst breite Öffentlichkeit attraktiv bleiben, haben gleich mehrere Fachdienste der Verwaltung ein Auge auf deren Zustand. Die Teams vom Fachdienst Tiefbau und der Städtischen Betriebe kümmern sich um den baulichen Zustand und die Sauberkeit der Anlagen, die Stadtjugendpflege hat die inhaltliche Ausrichtung der Spielplätze auf dem Zettel – und genau die wurde diesen Sommer ganz genau angeschaut. Stichwort: Spielplatzentwicklungsplan.
Hinter dem sperrigen Begriff steckt ein systematischer Blick auf die städtischen Spielflächen: Welche Zielgruppe sprechen die Spielgeräte und die Platzgestaltung an? Sind in einem Quartier ausreichend Spielflächen vorhanden? Werden alle Altersgruppen ausreichen berücksichtigt? „Die Spielplatzentwicklungspläne ganz vereinfacht gesagt immer eine Bestandsaufnahme ‚Was haben wir?‘ und einen Ausblick ‚Wo wollen wir hin? Wo wollen wir besser werden?‘. Für die Beantwortung dieser Fragen schauen wir uns unter anderem die Entwicklungen der vergangenen Jahre und die aktuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen an. Wir führen sehr viele Gespräche und formulieren dann Planungen beziehungsweise Ziele für die nächsten 15 Jahre“, erklärt Geesthachts Stadtjugendpfleger Sebastian Schröder, wobei er betont: „Überplanung bedeutet nicht, dass alles verändert wird.“ Der Spielplatzentwicklungsplan, der diesen Sommer öffentlich vorgestellt wurde, nimmt die Zeit bis 2041 in den Fokus.
Positiv hervorzuheben: Geesthacht setzt auf Themenspielplätze. Das heißt, Kinder und Jugendliche können auf jedem Spielplatz in eine neue Welt eintauchen – beispielsweise die Steinzeit, die Zeit der Wikinger, per Ufo in fremde Welten aufbrechen oder eine Ritterburg erobern. „27 unserer 38 Spielplätze sind zudem mit inklusionsfähigen Spielgeräten ausgestattet, die die Teilhabe aller ermöglichen. Einige Tischtennisplatten und Basketballplätze sind beispielsweise für Rollstuhlfahrende geeignet. Zudem haben wir auf einigen Spielplätzen spezielle Karussells zum Sitzen oder Vogelnestschaukeln“, sagt Sebastian Schröder.
Ein weiteres wichtiges Thema aus Sicht des Stadtjugendpflegers: Die Skateranlage nahe des Dösselbuschbergs soll attraktiver werden. Und noch weitere Spielplätze wollen sich Sebastian Schröder und sein Team in den kommenden Jahren genauer anschauen – die kleine Stadt am Tannenweg, der Spielplatz am Hohenhorner Weg und der am Zöllnersweg. „Diese Flächen liegen alle in einem Bezirk, in dessen Umfeld ein großes neues Wohngebiet entstanden ist, das selbst keinen eigenen Spielplatz hat. Es gilt sich daher die Fragen zu stellen, ob die Spielflächen ausreichend sind und ob Spielplätze inhaltlich verändert werden sollten.“
Und ein weiteres Ziel für die kommenden Jahre: „Ich möchte Plätze für Jugendliche schaffen. Wir brauchen Orte, an denen sie trocken sitzen und sich treffen können“, sagt Sebastian Schröder. Grundsätzlich stünden alle Spielplätze allen Altersgruppen offen. Aber durch Lage und Ausstattung der Flächen würden sie natürlich unterschiedliche Zielgruppen besonders ansprechen. Sebastian Schröder: „Insgesamt bin ich überwältigt angesichts des Angebots, nachdem ich mir alle Spielflächen genau angeschaut habe. Aber klar ist auch: Es muss noch sichtbarer werden, was wir hier in Geesthacht für die Familien anbieten. Eltern und Kinder müssen wissen, dass es diese tollen Flächen gibt. Viele Spielplätze sind etwas versteckt, aber es lohnt sich sie zu entdecken!“
Eine Übersicht über die Spielplätze der Stadt Geesthacht gibt es übrigens auf der Website der Stadt Geesthacht und dort unter dem Punkt „Leben in Geesthacht“ (Reiter „Kinder & Jugendliche“).